Depression - Anzeichen und Ursachen | Klinik Friedenweiler
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Depression – Anzeichen und Ursachen

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Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, die in Deutschland auftreten. Sie werden hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Formen und Auswirkungen sehr oft unterschätzt. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren 2015 schätzungsweise 322 Millionen Menschen weltweit von Depressionen betroffen.  Allein in Deutschland litten etwa 4 Millionen Menschen an der Erkrankung. Etwa jede vierte Frau und jeder achte Mann erleiden im Laufe des Lebens eine depressive Episode.

 

1. Was sind Depressionen?

Eine Depression ist eine psychische Störung, die über längere Zeit besteht und über eine Traurigkeit hinaus geht. Jeder Mensch erlebt Enttäuschungen, Verluste und Frustration. Traurigkeit oder Deprimiertheit ist eine logische, aber auch normale Folge für diese Erfahrungen. Eine Depression ist jedoch mehr als Enttäuschung oder Traurigkeit: eine Depression beeinflusst Denken, Fühlen und Handeln des Betroffenen und geht meist mit depressionstypischen Kognitionen einher. Es kommt somit zu einer krankheitsbedingten Verschiebung der Wahrnehmung und der Interpretation. Lebensqualität, soziales wie berufliche Umfeld und das Aktivitätsniveau des Betroffenen sind maßgeblich beeinträchtigt. Wer an einer Depression erkrankt, verspürt keine Freude mehr und

Zu den typischen Symptomen gehören außerdem Schlafstörungen, Erschöpfung, somatoforme Beschwerden (körperliche Symptome, die sich organmedizinisch nicht ausreichend erklären lassen) sowie Lebensüberdrussgedanken. Eine Depression ist deshalb eine ernstzunehmende Erkrankung.

 

1.1 Verlaufsformen

Ausprägung, Schwere und Verlaufsmuster einer Depression können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Die meisten depressiven Erkrankungen sind episodische Störungen und haben einen phasenhaften Verlauf mit symptomfreien Intervallen. Der Beginn einer Depression kann akut (Tage, wenige Wochen), subakut (Wochen und Monate) oder schleichend über einen längeren Zeitraum sein. Deshalb wird der Depression auch nachgesagt, sie habe „viele Gesichter“. Treten nur depressive Episoden auf, spricht man von einer unipolaren Depression, kommen auch hypomane oder manische Episoden vor, spricht man von einer bipolaren Störung. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig, da die Behandlung ganz unterschiedlich ist. Besteht eine lange Zeit anhaltende depressive Störung mäßiger Ausprägung, die nicht alle Kriterien einer Depression erfüllt, spricht man von einer dysthymen Störung (auch Dysthymie).

2. Welche Einflüsse und mögliche Ursachen führen zu einer Depression?

Die Entstehung einer Depression ist in der Regel nicht auf eine Ursache alleine zurückzuführen. In den allermeisten Fällen gibt es verschiedene Ursachen, Einflüsse und Belastungen die zusammenwirken.

2.1 innere Einflussfaktoren

Genetische Faktoren 

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass eine Reihe von Genen gibt, die das Risiko für Depressionen erhöht. Die Wechselwirkung zwischen Genen und Umwelt beeinflusst somit zum Beispiel, wie gut jemand mit Belastungen umgehen kann oder wie häufig er sich in schwierige oder riskante Lebenssituationen begibt. „Das“ Depressionsgen hingegen gibt es nach heutigem Wissenstand nicht.

Veränderter Stoffwechsel im Gehirn 

Botenstoffe im Gehirn repräsentieren unsere Gefühle, Stimmungen, Gedanken, Wahrnehmungen und unser Verhalten. Über diese Botenstoffe werden zwischen den Nervenzellen im Gehirn ausgetauscht. Bei einer Depression besteht ein Ungleichgewicht der Botenstoffsysteme im Gehirn, sodass die Informationen und das Wahrnehmungen anders verarbeitet werden.

Stresshormone des Körpers 

Stresshormone werden in Schreck- und Gefahrensituationen ausgeschüttet und erhöhen kurzfristig die Aufmerksamkeit, damit der Organismus besser auf schwierige Situation reagieren kann. Bei Menschen mit Depression ist jedoch das Kontrollsystem für die Stresshormone gestört und Betroffene befinden sich einer anhaltenden Stresssituation.

Innere Ressourcen: 

Das eigene Gleichgewichte und die inneren, zur Verfügung stehenden Ressourcen sind ausschlaggebend für die Herangehensweise und Bewältigung von Problemen im alltäglichen Leben. Zu den inneren Ressourcen zählen beispielsweise die Lebenskraft, Lebensfreude, Lebensenergie, Optimismus, Schlagfertigkeit, Lösungsstrategien und Erfahrungen im Umgang mit Problemen. Menschen in einer Depression sehen diese Ressourcen nicht mehr oder können diese nicht mehr abrufen und aktiveren. Solange die inneren Ressourcen und äußeren Umstände den Menschen stabil halten.

 

2.2 äußere Einflussfaktoren

psychosoziale Stressoren als Belastungen

  • dauerhafte Überforderung am Arbeitsplatz
  • konfliktreiche Beziehungen, Trennung
  • körperliche Erkrankungen
  • Unfälle, Verlust eines geliebten Menschen
  • einmalige oder auch wiederkehrende Trauma
  • Mangel an positiven Gefühlen wie Zufriedenheit und Freude
  • negative Lebenserfahrungen oder Bindungsstörungen
  • Alkohol oder Drogenkonsum

Äußere Ressourcen als Schutz vor Depression

  • Private soziale Netze, Freunde
  • Arbeit und berufliche Netze
  • Aktive Freizeitgestaltung
  • Natur und Sport
  • Gesundheit
  • finanzielle Absicherung

Wichtig bei der Behandlung einer Depression ist nicht nur, dass der Betroffene erkennt, was seine individuellen Stressoren, Belastungen und Auslöser waren, sondern auch welche inneren und äußeren Ressourcen er besitzt, um sich künftig besser schützen zu können.

 

3. Wie wird eine Depression erkannt und diagnostiziert?

Die Anzeichen einer Depression können vielfältig sein. Die Symptome können sich sowohl psychisch als auch körperlich ausdrücken. Die ICD-10, die internationale Klassifikation von medizinischen Diagnosen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), führt die Depression als affektive Störung auf und benennt eine Reihe von Haupt- und Zusatzsymptomen. Je nach Anzahl der Symptome können so die leichte, mittelschwere und schwere Depression definiert und unterschieden werden.

Hauptsymptome 

  • depressive Stimmung
  • Freudlosigkeit / Interessenverlust
  • Antriebslosigkeit

Veränderungen im sozialen Verhalten 

  • Isolierung; Rückzug aus der Familie oder dem Freundeskreis
  • Probleme in der Partnerschaft

Körperliche Symptome 

  • Schlafstörungen und Müdigkeit
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Appetitlosigkeit
  • Übermäßiger Genussmittelkonsum (v.a. Alkohol)
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsstörungen

Psychische Anzeichen 

  • Geringes Selbstbewusstsein
  • Wenig Begeisterungsfähigkeit
  • Pessimismus
  • Negative Gedanken
  • Vergesslichkeit
  • Gleichgültigkeit
  • Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle
  • Gefühl der Hoffnungslosigkeit
  • Suizidgedanken (besonders bei schwerer Depression

 

4. Was tun bei ersten Anzeichen von Depressionen?

Tipps zur Vorbeugung 

Belastungen, die häufig eine Depression auslösen oder aufrecht erhalten, lassen sich oft nicht einfach „ausschalten“. Versuchen Sie jedoch, diese Belastungen zu erkennen und zu benennen, einen Ausgleich zu schaffen oder Wege zu finden, wie Sie mit einer Belastung besser umgehen können:

  • Planen Sie regelmäßig positive, angenehme Aktivitäten in ihren Tagesablauf ein. Gehen Sie Ihren Hobbies regelmäßig nach und gönnen Sie sich nach anstrengenden Tätigkeiten eine Belohnung
  • Versuchen Sie, auch in schwierigen Phasen die positiven Aspekte des Lebens und Ihre eigenen Stärken nicht aus den Augen zu verlieren. Erkennen Sie Ihre eigenen (auch kleinen) Erfolge an und seien Sie stolz darauf.
  • Ein stabiles, unterstützendes soziales Netzwerk kann vor Depressionen schützen: Halten Sie regelmäßig Kontakt zu Freunden und Bekannten und sprechen Sie bei Schwierigkeiten und Belastungen mit einem Menschen Ihres Vertrauens.
  • Achten Sie auf regelmäßige Bewegung. Studien haben ergeben, dass sich Sport nicht nur für den Körper gesund ist, sondern sich auch positiv auf die Stimmung auswirkt und das Selbstwertgefühl stärkt. Die sportliche Aktivität sollte regelmäßig, ca. drei bis vier Mal pro Woche für 30 bis 60 Minuten stattfinden.Ausdauersport ist hierbei zu bevorzugen.
  • Lernen Sie, auf Ihre eigenen Bedürfnisse zu achten und sich vor Überforderung zu schützen, indem Sie auch „nein“ sagen.
  • Hält die niedergeschlagene Stimmung oder Antriebslosigkeit längere Zeit an, besprechen Sie die Problematik mit einem Arzt oder Psychologen
  • Wenn eine Depression diagnostiziert wurde: Akzeptieren Sie die Depression als Krankheit. Auf diese Weise können Sie Ihre Lebensführung bewusst so gestalten, dass Sie erneuten depressiven Phasen vorbeugen und bei ersten Anzeichen eines Rückfalls rechtzeitig reagieren können.
  • Auch wenn die Zukunft in schwierigen Phasen grau erscheint: Denken Sie daran, dass Depressionen prinzipiell gut behandelbar sind!
  • Behalten Sie die Strategien im Gedächtnis, die Sie in einer Psychotherapie gelernt haben, und wenden Sie diese regelmäßig an. Oft sind es die kleinen Dinge, die bei regelmäßiger Anwendung hoch effektiv sein können.
  • Die Behandlung einer Depression setzt sich in aller Regel aus verschiedenen Modulen zusammen. Es gibt nicht „den einen“ Weg oder „die eine Lösung“. In der Praxis ist es immer ein Bündel von Maßnahmen, was in der Gesamtheit zur Genesung führt.
  • Wenden Sie sich bei Anzeichen eines depressiven Rückfalls so rasch an einen Arzt. Je früher eine Behandlung eingeleitet wird, desto schwächer und kürzer wird die nächste depressive Phase ausfallen.

 

Stimmen einige Symptome mit ihrem aktuellen Gemütszustand überein und fragen sie sich nun: Bin ich depressiv? Nutzen Sie unseren interaktiven Selbsttest und erhalten Sie eine erste Einschätzung 

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