Selbsttest Alkohol

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Was gilt noch als "normaler" Alkoholkonsum?

Aus der suchtmedizinischen Erfahrung kann man sagen, dass es hier oft keine klare Antwort gibt. Wie bei Vielem handelt es sich um ein Kontinuum zwischen normalem, gesellschaftskonformen Alkoholkonsum am einen Ende und süchtigem Trinken von Alkohol am anderen Ende.

Ein kritischer Punkt ist sicher dann erreicht, wenn Alkohol nicht mehr zum Genuss getrunken wird, oder weil es in der Situation in unserer Gesellschaft einfach üblich ist, sondern wenn ein Mensch Alkohol zu sich nimmt, um sich in irgendeiner Weise psychisch zu manipulieren und/oder Probleme zu verdrängen. Hier spielt dann nicht nur die Menge des zugeführten Alkohols eine Rolle, sondern auch die Funktion („Ich trinke Alkohol, um ruhiger zu werden.“, „Ich trinke jetzt Wein, um den Tag abzuschließen.“, „Ich gönne mir jetzt noch ein Bier, das habe ich verdient.“).

Was sind Kriterien für eine Alkoholabhängigkeit?

Da es aus suchtmedizinischer Sicht nun aber wichtig ist eine klare Definition zu haben, ab wann eine behandlungsbedürftige Alkoholsucht besteht, bedient man sich der Definition der WHO, die in der ICD-10 (International Classification of Diseases) Kriterien für sämtliche Erkrankungen, und somit auch für die Alkoholabhängigkeit festgelegt hat.

Hier werden sechs Kriterien benannt, von denen mindestens 3 innerhalb der letzten 12 Monate erfüllt sein müssen, um von einer Alkoholabhängigkeit zu sprechen.

Die Kriterien sind:
I. Craving (starkes Verlangen Alkohol zu trinken)
II. Kontrollverlust über den Alkoholkonsum bezüglich Beginn oder Menge
III. Toleranzentwicklung gegenüber der Alkoholwirkung
IV. Einengung auf das Alkoholtrinken und dadurch Vernachlässigung anderer Interessen
V. Anhaltender Alkoholkonsum trotz eindeutiger schädlicher Folgen (gesundheitlich, psychisch oder sozial)
VI. körperliches Entzugssyndrom bei Reduzierung der Alkoholmenge oder Abstinenz

Was sind soziale Folgen von Alkoholabhängigkeit?

Unter Craving, häufig auf Deutsch auch Suchtdruck genannt, versteht man ein unwiderstehliches Verlangen Alkohol zu konsumieren, auch wenn dem Menschen klar ist, dass der Alkoholkonsum eigentlich gerade unpassend oder sogar schädlich ist. Der Kontrollverlust beschreibt die Unfähigkeit über Beginn des Alkoholkonsums oder Trinkmenge noch frei entscheiden zu können.

Die Toleranzentwicklung drückt die ständig höheren Mengen an Alkohol aus, die benötigt werden, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Eine Einengung auf das Trinken bedeutet, dass andere Interessen hintenangestellt und vernachlässigt werden um Alkohol trinken zu können, z.B. bleibt der Betroffene lieber zu Hause, um ungestört trinken zu können, als in Gesellschaft aufzufallen oder Hobbys nachzugehen. Hierzu gehört auch der Begriff des heimlichen Alkoholkonsums, was häufig bei abhängigen Menschen, sogenannten „Alkoholikern“, zu beobachten ist.

Kurztest Alkohol

Mit Hilfe dieses Tests können Sie eine Einschätzung vornehmen, ob Sie unter Symptomen von Alkoholismus leiden. Bitte beachten Sie, dass ein Test niemals das diagnostische Gespräch mit einem Facharzt oder Psychotherapeuten ersetzen kann.

Häufig gestellte Fragen

Bei regelmäßigem Alkoholkonsum gewöhnt sich das Gehirn an diese dauerhaft vorhandene Dämpfung durch Alkohol und lernt, dieser Wirkung gegenzusteuern.

Fällt nun rasch die dämpfende Wirkung des Alkohols durch Abstinenz weg, kann sich das Gehirn nicht schnell genug anpassen und gerät in eine Übererregung: Herzfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur steigen an, es kommt zu einem Zittern von Händen oder auch des ganzen Körpers. Häufig treten sogar epileptische Anfälle oder sogenannte Entzugsdelirien auf. Dies sind psychische und körperliche Ausnahmezustände, in denen der Realitätsbezug verloren geht, Blutdruck- Puls und Temperatur in lebensbedrohliche Bereiche ansteigen und die unbehandelt auch zum Tod führen können.

  • Informieren Sie sich über die Alkoholabhängigkeit und machen Sie sich mit den Ursachen, Risiken und Therapieformen vertraut.
  • Sein Sie geduldig.
  • Motivieren und unterstützen Sie die Betroffenen Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Unterstützen Sie die Person bei der Suche und Auswahl eines passenden Arztes, Psychologen oder einer Beratungsstelle.
  • Gestalten und strukturieren Sie Ihre Freizeit und Ihren Alltag so, dass Sie Ihre eigenen Kräfte stärken und schützen.
  • Vermeiden Sie co-abhängiges Verhalten!
  • Helfen Sie dem Betroffenen, ein sicheres Umfeld zu Hause zu schaffen.
  • Vermeiden Sie bei Rückfällen Vorwürfe und Beschuldigungen, sondern helfen Sie dem Betroffenen, die Trinkphase sofort zu unterbrechen.
  • Erstellen Sie gemeinsam mit dem Erkrankten Notfallpläne, die im trinkfreien Intervall abgestimmt und „genehmigt“ werden.

Nach ICD-10 müssen mindestens 3 dieser Kriterien erfüllt sein, um die Diagnose einer Alkoholabhängigkeit zu stellen. Sollten nun aber nur 1 oder 2 Kriterien erfüllt sein, lässt sich zwar die Diagnose der Alkoholabhängigkeit nicht stellen, die Wahrscheinlichkeit, dass ein problematischer Alkoholkonsum vorliegt, der über kurz oder lang im Vollbild einer Alkoholabhängigkeit münden kann, ist aber durchaus hoch.

Somit macht es aus suchtmedizinischer Sicht durchaus auch Sinn bereits in diesem Stadium Hilfe durch Suchtberatungsstellen oder suchtmedizinisch qualifizierte Ärzte zu suchen. Generell ist es wie bei vielen psychischen Erkrankungen: je früher man Hilfe sucht, desto besser lässt sich ein Fortschreiten der Problematik verhindern.

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