Bindungsangst: Symptome und Therapiemöglichkeiten

Was bedeutet Bindungsangst?

Der Begriff „Bindungsangst“ beschreibt die Angst, sich auf eine tiefergehende Beziehung einzulassen. Betroffene versuchen sich vor Schmerz und Verlusten zu schützen und ziehen sich ab einem gewissen Punkt aus der Beziehung raus. Erwartungen des/der Partners/Partnerin führen oft zu Druckgefühlen bis hin zu einem Schwinden der ursprünglichen Gefühle bei übermäßiger Nähe. Die Bindungsangst tritt oft dann auf, wenn sich Betroffene der Zuneigung ihrer Partner/in sicher sind. Es kommt zum Verlust der Zuneigung und die Beziehung erscheint langweilig. Es wird zwischen der aktiven und passiven Bindungsangst unterschieden.

Was ist aktive Bindungsangst

Aktive Bindungsangst beschreibt das Phänomen, dass Personen um eine/n Partner/in kämpfen und ihn/sie dann kurz danach wieder abweisen. Vor verbindlichen Beziehungen haben Betroffene extreme Furcht und fühlen sich eingeengt, sodass sie aus der Beziehung fliehen. Hinzu kommt, dass sie die Fehler bei ihrem/ihrer Partner/in suchen, obwohl sie wissen, dass der Fehler bei ihnen selbst liegt. Insgeheim sehnen sie sich jedoch nach einem/einer Partner/in, welche/r ihnen die Bindungsangst nimmt und werden häufig fündig in passiven Bindungspersonen.

Was ist passive Bindungsangst

Im Gegensatz zur aktiven Bindungsangst, äußert sich die passive Bindungsangst durch den Versuch, den/die Partner/in unbedingt an sich zu binden. Sie suchen sich vor allem aktive Bindungspartner und wollen die Distanz durchbrechen, die durch den/die Partner/in hergestellt wird. Sie versuchen den/die Partner/in durch Eifersucht oder ein besonders perfektes Bild von sich selbst an sich zu binden. Die Betroffenen fühlen sich abhängig vom Partner und empfinden ihr eigenes Verhalten als gestört. Hinzu kommt, dass eine Umkehr in eine Depression schnell entstehen kann, da sie unter Verlustängsten und Unsicherheiten leiden.

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Was sind typische Symptome der Bindungsangst?

Die Symptomatik der Bindungsangst unterscheidet sich je nach Art und Ausprägung der Erkrankung. Beispielsweise kann einfach eine Antwort auf eine unangenehme Frage nicht gegeben werden oder der/die Partner/in verschwindet über Tage ohne sich zu melden. Personen, die an einer Bindungsangst leiden, möchten Nähe vermeiden und ziehen sich zurück, auch dann, wenn sie wissen, dass der/die Partner/in darunter leidet. Emotionaler Rückzug und räumliche Distanz sind die Folge.

Auslöser von Bindungsangst in der Partnerschaft

Je nach Art und Ausprägung der Bindungsangst kann diese durch diverse Auslöser und zu verschiedenen Zeitpunkten entstehen. Der/dem Betroffenen wird es ab einem gewissen Punkt zu viel, und empfindet die Beziehung als Stress und Druck. Sobald dieser Punkt erreicht ist, wird die Bindungsangst akut und kann unter anderem durch die folgenden Ursachen ausgelöst werden:

  • Händchenhalten
  • Gemeinsamer Urlaub
  • Familientreffen
  • Zusammenziehen
  • Hochzeit
  • Familienplanung

Wie sollte man sich als Partner/in eines/einer Bindungsphobikers/Bindungsphobikerin verhalten?

Partner*innen von Bindungsphobiker*innen haben es selbst nicht leicht. Oft suchen sie die Schuld für das Verhalten des/der Bindungsphobikers/Bindungsphobikerin bei sich, bekommen Selbstzweifel und Verlustängste. Diese Gedanken üben wiederum automatisch Druck auf den/die Bindungsphobiker/Bindungsphobikerin aus und verschlimmern die Situation. Was also können Partner*innen tun?

  • Freiräume geben
  • Gelassen bleiben
  • Kraft aus der Hoffnung schöpfen
  • Paartherapie vorschlagen

Ursachen der Bindungsangst

Bindungsängste haben ihren Ursprung oft in der Kindheit oder Jugend. Beispielsweise, wenn die Eltern nicht als sicherer Ort wahrgenommen wurden oder bereits erlebte Partnerschaften zu vermehrtem Schmerz und Verlustangst geführt haben. Abhängigkeit zu anderen Personen wurde in diesem Fall als Bedrohung erlebt und führte zu Bindungsangst.

Therapie bei Bindungsangst

Als Therapieform bieten sich bei einer Bindungsangst vor allem eine Paartherapie und/oder eine Psychotherapie an. Grundvoraussetzung für diese Ansätze ist jedoch, dass sich der/die Bindungsphobiker/in auch wirklich ändern möchte und nicht zu einer Therapie gezwungen wird.

In der Psychotherapie werden vor allem die Ursachen und Auslöser der Bindungsangst herausgefiltert und bearbeitet. Dabei durchlaufen Therapeut/in und Patient/in ein vertrauliches Gespräch und beginnen bereits mit der frühen Kindheit, wo in den meisten Fällen auch die Ursache für die Entwicklung einer Bindungsangst gefunden wird.

Die Paartherapie dient vor allem dazu, sich in den/die andere/n Partner/in hineinversetzen zu können, sich gegenseitig wieder neu kennenzulernen und Tipps für eine angstfreie Zukunft in der Beziehung zu erlangen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein/e Bindungsphobiker/in?

Unter der Bezeichnung „Bindungsphobiker/in“ versteht man den oder die Betroffene/n einer Bindungsangst. Bindungsphobiker*innen haben u.a. Angst vor tiefergehenden Beziehungen.

Wie kann ich der Angst vor einer Partnerschaft entgegenwirken?

Offenheit und ein rücksichtsvoller Umgang in der Partnerschaft ist die Grundvoraussetzung für eine funktionierende Beziehung mit einem/einer Bindungsphobiker/in. Zudem kann eine Partnertherapie die Angst vor einer Partnerschaft lindern.

Wie unterscheide ich Angst vor Nähe mit Bindungsangst?

Angst vor Nähe bezieht sich vor allem auf körperliche Intimität. Bindungsangst umfasst jedoch mehr als nur körperliche Nähe und beschreibt die Angst vor einer festen Beziehung.

Burnout und Erschöpfungssyndrome

Burnout ist ein chronisches Erschöpfungssyndrom, das unbehandelt in psychosomatischen Erkrankungen und Depression münden kann.

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie behandelt gezielt die Symptome psychischer Erkrankungen und soll die Handlungsfähigkeit des Patienten erweitern.

Burnout - Wie können Angehörige helfen?

Angehörige stehen der neuen Situation zunächst oft rat- und hilflos gegenüber, jedoch gibt es Möglichkeiten, wie sie die Betroffenen unterstützen können:

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