Prävention im Beruf: Burnout und PTBS bei Polizist*innen

Burnout und PTBS im Polizeiberuf

Mehrfachbelastungen, wie Stresssituationen und traumatische Ereignisse gelten häufig als Auslöser für das  Burnout-Syndrom oder eine Posttraumatische Belastungsstörung. In helfenden Berufen, wie beispielsweise bei der Polizei, ist man diesen Belastungen fast tagtäglich ausgesetzt. Aus diesem Grund ist es gerade in diesen Berufen wichtig sich über Auslöser, Symptome und mögliche Prävention im Klaren zu sein.

Symptome von Burnout und PTBS

Die Symptome, die bei dem Burnout-Syndrom auftreten können, überlagern sich in einigen Fällen mit denen einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Jedoch grenzen sie sich in Teilen auch klar voneinander ab.

Kommen Ihnen die Symptome bekannt vor? Hier kommen Sie zu unseren Selbsttests:

Burnout Selbsttest

PTBS Selbsttest

Unterschiede und Zusammenhänge von Burnout und PTBS

Einer der Unterschiede zwischen den beiden Krankheitsbildern ist, dass ein Burnout eher eine Reaktion auf chronischen Stress ist, wohingegen einer PTBS zumeist eher ein schweres Trauma zugrunde liegt. In einigen Fällen können Burnout Symptome zu der Entwicklung einer PTBS beitragen, jedoch nicht umgekehrt.

Diagnose von Burnout und PTBS

Die Symptomüberlappung kann zu einer erschwerten Diagnostik führen und die Behandlungsplanung stark beeinflussen. Die Diagnose läuft meist über die zugrundeliegende Analyse der Symptome ab. Diese können zunächst mit dem Hausarzt besprochen werden, um organische Erkrankungen ausschließen zu können. Liegen diese nicht vor, erfolgt die Überweisung zu einem/einer Psychotherapeut*in, welche*r anschließend die Symptome und Krankheitsgeschichte des/der Patient*in  in Erfahrung bringt. Für eine sichere Diagnose ist ein ausführliches Gespräch unabdingbar.

Ursachen psychischer Erkrankungen bei Polizist*innen

In helfenden Berufsbildern, wie in diesem Fall den der Polizist*innen, kommt es nicht selten vor, dass man mit einer traumatischen oder belastenden Situation konfrontiert wird. Dies kann einerseits durch verbale Beleidigungen und Pöbeleien ausgelöst werden, aber auch durch den direkten Kontakt mit Unfallopfern und Angehörigen in traumatisierenden Ereignissen.  Aus diesem Grund weisen gerade diese Berufsgruppen, im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung, ein erhöhtes Risiko für psychische Belastungen auf. Häufig auftretende Erkrankungen sind in diesem Fall die PTBS oder das Burnout-Syndrom.

Risikofaktoren psychosomatischer Erkrankungen bei Polizist*innen

Kommt es dazu, dass ein*e Polizeibeamte*r nicht mehr in der Lage ist, die geschehenen Ereignisse zu stemmen, kann dies zu einer psychosomatischen Erkrankung führen. Gegebenenfalls ist dies mit einigen Risiken verbunden. Wenn eine PTBS Nachhallerinnerungen während eines Einsatzes auslöst, kann der/die Betroffene nicht mehr differenzieren in welcher Situation er/sie sich aktuell befindet und demnach nicht entsprechend handeln. Ebenso kann eine Dissoziation dazu führen, dass der/die Beamte im Einsatz erstarrt und sich weder bewegen noch aktiv äußern kann. Diese und weitere Risiken können dazu führen, dass erkrankte Polizist*innen im Einsatz nicht nur sich selbst, sondern auch alle Beteiligten in Gefahr bringen können.

Prävention von Burnout und posttraumatischer Belastungsstörung bei der Polizei

Für Mitglieder bestimmter Berufsgruppen, wie beispielsweise Polizist*innen, kann es sinnvoll sein, präventive Maßnahmen zu ergreifen. Dies kann einerseits in Form von individuellen psychotherapeutischen Behandlungen geschehen, aber auch durch eigenes Handeln. Hier ist es wichtig, auf die eigene Psychohygiene zu achten, z.B. im Sinne einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Damit verbunden sind sowohl das Nachgehen positiver, außerberuflicher Aktivitäten als auch die Pflege sozialer Kontakte oder auch die Erfüllung grundlegender Bedürfnisse, wie ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung. Zudem können Stressbewältigungs- und Entspannungstechniken sinnvoll sein. Im Allgemeinen sollten die Kompetenzen der Mitarbeiter*innen gestärkt und gleichzeitig erlernt werden, wie das eigene Handeln bestmöglich reflektiert werden kann.

Anteil von psychosomatischen Erkrankungen bei Polizist*innen im Außendienst

Der Alltag von Polizisten birgt diverse Risiken, dessen Auswirkungen sich in weiteren Einsätzen bemerkbar machen. Neben häufig auftretenden Beleidigungen und Pöbeleien sind vor allem körperliche Gewalttaten eine Ursache für posttraumatische Belastungsstörungen. Ungefähr 30% der Polizist*innen sind schon einmal Opfer von Gewalttaten jeglicher Art geworden. Bei circa 20-30% der von Gewalttaten betroffenen Polizist*innen sind im Anschluss Symptome von PTBS aufgetreten. *Diese müssen schließlich durch eine Psychotherapie o.ä. behandelt werden, um mögliche Aussetzer bei weiteren Einsätzen ausschließen zu können. Hinzu kommt, dass Polizeibeamte ständig mit Ausnahmesituationen konfrontiert werden, die ohnehin schon eine starke psychische Belastung herbeiführen. Situationen, die zusätzlich traumatisierende Erfahrungen hervorbringen, wie beispielsweise die Verletzung eines Kollegen, führen oft zu einer emotionalen Überbelastung. Die Erfahrungen können nicht wie gewohnt verarbeitet werden und es kommt zum Burnout oder zu einer psychischen Blockade.  *Mindestens 10-15% der Polizeibeamten und 20,3% der Bundespolizei leiden mindestens einmal im Leben an einem Burnout-Syndrom.

*Quelle: Tagesspiegel

*Quelle: DGB Index

Häufig gestellte Fragen

Was kann passieren, wenn man PTBS unbehandelt lässt?

Sollte eine PTBS unbehandelt bleiben, kann dies die Betroffenen noch Jahre nach dem Trauma beeinträchtigen. Somit wird die Störung zu einer chronischen Belastung, die die Lebensqualität massiv einschränken kann. Außerdem kann eine unbehandelte PTBS zu weiteren psychischen Erkrankungen führen, wie bspw. Depressionen, Angst- und Suchterkrankungen.

Was kann man gegen PTBS tun?

In erster Linie ist es sinnvoll, das geschehene Ereignis zu verarbeiten. Dies kann im privaten Umfeld geschehen, aber auch durch Aufsuchen eines/einer Psychotherapeut*in und eine traumafokussierte Psychotherapie. Es ist wichtig, dem Prozess Zeit zu lassen und sich selbst keinen Druck zu machen. Antidepressiva, Schlaf- und Beruhigungsmittel sind Medikamente, die wenn nötig, unterstützend zur Behandlung eingesetzt werden können.

Ist PTBS heilbar?

Studien der letzten Jahre haben festgestellt, dass eine Posttraumatische Belastungsstörung durchaus gut behandelbar  ist. Jedoch sollte einem bewusst sein, dass es sich um einen langwierigen Prozess handeln kann. Bei einem Drittel der Betroffenen sind die Symptome bereits nach einem Jahr zurückgegangen, während andere Betroffene noch mehrere Jahre therapeutische Betreuung benötigten.

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