WENN DIE MIDLIFE-CRISIS ZUR PSYCHISCHEN ERKRANKUNG WIRD

Was ist eine Midlife-Crisis

Der Begriff Midlife-Crisis beschreibt eine Existenzkrise, welche im mittleren Lebensabschnitt, also ca. im Alter von 30 bis 55 Jahren auftritt. Betroffene hinterfragen oft die Sinnhaftigkeit ihres Lebens und haben Probleme mit der Vergänglichkeit ihrer Existenz.

Ist die Midlife-Crisis eine psychische Erkrankung?

Die Midlife-Crisis ist für sich keine psychische Erkrankung. Jedoch kann Sie das Auftreten von psychischen Erkrankungen wie beispielsweise eine Depression oder ein Burnout indirekt auslösen.

Welche Symptome treten bei einer Midlife-Crisis auf?

Die Symptome einer Midlife-Crisis können bei jedem Menschen individuell ausgeprägt sein. Die meisten Menschen, welche unter einer Midlife-Crisis leiden, weisen jedoch Symptome wie Stimmungsschwankungen, Angst, Unzufriedenheit und Unsicherheit auf. Viele Betroffene sehnen sich nach Veränderungen und „Verbesserung“. Einige Betroffene ist plötzlich ihre äußere Erscheinung sehr wichtig, sie verändern dadurch ihren Kleidungsstil und treiben plötzlich viel Sport. Darüber hinaus werden häufig Aktivitäten ausgeführt, die vormals als nicht so wichtig erschienen (beispielsweise Motorradfahren etc.)

Wer bekommt eine Midlife-Crisis?

Die Midlife-Crisis tritt meistens in der Altersspanne zwischen 40 und 50 Jahren auf. Grundsätzlich kann jeder Mensch eine Midlife -Crisis entwickeln.

Was sind die körperlichen Ursachen für eine Midlife-Crisis?

Im mittleren Alter verändert sich der Körper stark. Bei Frauen treten die Wechseljahre auf, welche das Ausbleiben der Periode einleiten und damit auch das Ende der Fruchtbarkeit. Darüber hinaus sinkt der Östrogenspiegel der Frau. Männer hingegen produzieren weniger Testosteron und ihre Potenz lässt allmählich nach. Bei beiden Geschlechtern treten vermehrt Falten auf und die Haare ergrauen. Zudem nehmen die gesundheitlichen Probleme meist rasant zu.

Was sind die psychischen Ursachen für eine Midlife-Crisis?

Die meisten Menschen hinterfragen im mittleren Alter ihren aktuellen Zustand, was sie in Ihrem Leben erreicht haben und welche Ziele sie noch haben. Viele eigene Ziele wurden in der betreffenden Entwicklungsphase bereits erreicht und das Leben kann unter Umständen langweilig und routiniert wirken. Dazu kommt die Erkenntnis, dass manche einige Ziele wohl nie mehr erreicht werden können. Daraus kann das Gefühl entstehen, etwas zu verpassen. Todesfälle in der Familie und im Bekanntenkreis erinnern dann an die eigene Sterblichkeit und verstärken das Gefühl, dass die Lebenszeit nicht verschwendet werden darf. Zudem liegt die Scheidungsrate in der Lebensmitte sehr hoch. Die eigenen Kinder werden erwachsen, der Job bietet möglicherweise keine Aufstiegschancen mehr und die Eltern müssen eventuell gepflegt werden. All diese Veränderungen können zu Unzufriedenheit führen. In vielen Menschen wächst daher der Wunsch, jung zu bleiben und das eigene Leben noch einmal grundlegend zu verändern.

Entscheidet sich eine Midlife-Crisis bei Männern und Frauen?

Männer und Frauen können gleichermaßen an den Symptomen einer Midlife-Crisis leiden. Männer sind jedoch häufiger von der Krise in der Lebensmitte betroffen. Dies wird damit in Zusammenhang gebracht, dass Männer häufiger weniger offen mit ihren Emotionen umgehen und daher zu drastischeren Schritten in ihrem Verhalten tendieren, um mit der Lebenskrise umzugehen.

Wie lange dauert die Midlife-Crisis?

Die Länge einer Midlife-Crisis kann variieren. Während einige Personen die Lebenskrise schnell überwinden können, haben Andere mehrere Jahre damit zu kämpfen. Im Durchschnitt steigt die Zufriedenheit ab einem Alter von 50 Jahren aber wieder deutlich an.

Wie kann man eine Midlife-Crisis therapieren?

Falls eine psychische Erkrankung, wie zum Beispiel eine Depression, aufgrund einer Midlife-Crisis entsteht, sollte die betroffene Person von einem Facharzt, einer Fachärztin bzw einer Psychotherapeut*In behandelt werden. Darüber hinaus kann in der Belastungssituation durch die Midlife-Crisis Hilfe durch Krisenhotlines, Familienberatungsstellen, Ärzt*Innen oder Psycholog*innen Hilfe und Unterstützung gefunden werden.

Wie kann man eine Midlife-Crisis vorbeugen?

Um einer Midlife-Crisis vorzubeugen, wirken verschiedene Maßnahme, welche die Veränderung in der Lebensmitte angenehmer gestalten.

Generell wirkt es positiv, sich mit anderen Menschen über die Gefühlslage auszutauschen. Durch Gespräche fühlt man sich weniger allein und auch das Finden von sinnvollen Lösungen gelingt zusammen meist schneller.

Zudem ist es wichtig, dass man sich vor Augen hält, dass die Veränderung des Körpers lediglich Ausdruck einer neuen Lebensphase ist und es viele Möglichkeiten gibt, das Leben zu genießen. Dies ist jedoch kein Grund, impulsive Entscheidungen zu treffen. Viel mehr sollte man hinterfragen, an welchen Dingen man Freude hat und welche Veränderungen zum langfristigen Glück führen.

Des Weiteren sollte man seine Grenzen akzeptieren und kennen lernen. Es ist nicht hilfreich, in Erinnerungen und vielleicht unbefriedigten Sehnsüchten der Vergangenheit zu verharren. Vielmehr wirkt es positiv auf die psychische Gesundheit, den Alterungsprozess als normal zu betrachten.

Grundsätzlich fördern Sport, eine ausgewogene Ernährung und das Pflegen von sozialen Kontakten die Lebensqualität in allen Phasen des Lebens.

Wir beraten Sie individuell zu unseren Therapie- und Behandlungsmethoden.

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Burnout und Erschöpfungssyndrome

Burnout ist ein chronisches Erschöpfungssyndrom, das unbehandelt in psychosomatischen Erkrankungen und Depression münden kann.

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie behandelt gezielt die Symptome psychischer Erkrankungen und soll die Handlungsfähigkeit des Patienten erweitern.

Burnout - Wie können Angehörige helfen?

Angehörige stehen der neuen Situation zunächst oft rat- und hilflos gegenüber, jedoch gibt es Möglichkeiten, wie sie die Betroffenen unterstützen können:

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