Die Lichttherapie zur Behandlung von Depressionen
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14Jul

Lichttherapie zur Behandlung von Depression

Blog  

Die Lichttherapie ist ein Verfahren zur Behandlung von Depression und Schlafstörungen. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich nachgewiesen. Die Lichttherapie kann eine nebenwirkungsarme und physiologische Ergänzung im Behandlungsspektrum sein.

 

1. Welche Rolle kann das Umgebungslicht bei der Entstehung einer Depression spielen?

Melatonin ist ein Botenstoff im Gehirn, und wird in der Hypophyse („Zirbeldrüse“) gebildet. Es steht in einem engen Zusammenhang mit dem Botenstoff Serotonin, welcher bei der Depressionsentstehung eine zentrale Rolle spielt.

Melatonin steuert maßgeblich den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers. Dunkelheit steigert, Helligkeit bremst die Melatoninproduktion – somit erreicht die Melatoninausschüttung in den frühen Morgenstunden ihren Höhepunkt. Im Winter, wenn das Tageslicht sowohl in der Dauer als auch Intensität reduziert ist, bleibt der Melatoninspiegel auch tagsüber erhöht. Als Folge hiervon können Müdigkeit, Schlafstörungen und auch saisonale Depression auftreten.

 

2. Kann man ein Melatonin-Defizit messen?

Nein. Die interindividuellen Differenzen (unterschiedliche Meßwerte bei unterschiedlichen Menschen) verhindern die Festlegung von einheitlichen Laborwerten. Man kann deshalb auch kein „Melatonin-Defizit-Syndrom“ messen. Während es bei anderen Hormonen entsprechende Konzentrationsangaben gibt, anhand derer man sich orientieren kann, ob eine Hormonsubstitution notwendig ist fehlen diese bei Melatonin.

 

3. Wie funktioniert die Lichttherapie?

Wichtig für den therapeutischen Erfolg ist die Ausleuchtung der gesamten Netzhaut in einem vorgegebenen Abstand. Die Augen des Patienten sollen beim Lichttherapiegerät in der richtigen Entfernung von dem Gerät sein.

Der Patient schaut täglich aus mindestens 1 m Abstand für etwa 30 Minuten – am wirkungsvollsten direkt nach dem Erwachen – in die Lichttherapielampe. Die Wirksamkeit ist nach Studien am besten nachgewiesen für eine Exposition von 10.000 Lux für eine halbe Stunde oder 2.500 Lux für zwei Stunden. Beides ist deutlich heller als normale Zimmerbeleuchtung, die nur 300 bis 500 Lux beträgt. Wichtig ist, dass das Licht auf die Retina (Netzhaut) fällt, der Patient muss aber nicht direkt in die Lichtquelle sehen (der Patient muss nicht die ganze Zeit direkt in die Lampe sehen – es reicht wenn er regelmäßig in Richtung Lichtquelle schaut, auch Zeitung lesen ist hierbei möglich).

Melatonin wird mit einer depressiogenen Wirkung in Verbindung gebracht. Wird die Lichttherapie unmittelbar nach dem morgendlichen Aufwachen angewandt, also möglichst früh, dann wird die Produktion von Melatonin beendet bzw. Melatonin abgebaut, so dass es zu einem positiven Stimmungsumschwung kommt.

 

4. Welche Art von Licht wird verwendet?

Die Lichttherapie zur Behandlung von Depressionen nutzt den Teil des elektromagnetischen Spektrums welcher vom menschlichen Auge wahrgenommen werden kann (380-780 nm). Die Lichtintensität sollte zwischen 2.500 Lux und 10.000 Lux betragen werden, das Lichtspektrum sollte keine Ultraviolettstrahlen oder Infrarotlicht beinhalten.

 

5. Unterscheidet sich die Lichttherapie zur Behandlung von Depressionen von einer Sonnenbank?

Es gibt einen kategorischen Unterschied zwischen Solarien und den bei der Depressionsbehandlung eingesetzten Therapielampen. Die Bräunungseffekte der Haut resultieren aus dem ultravioletten (UV) Lichtspektrum.

Problematisch ist bei dieser Art der Besonnung jedoch, dass nicht nur die erwünschten UV-B –Strahlen entstehen, sondern auch das schädliche UV-A mit in Kauf genommen werden muss. Bei UV-Strahlung, die Bräune bewirkt, kann daher eine schädigende Hautveränderung nie ausgeschlossen werden. Bei der Lichttherapie entstehen technisch bedingt keine UV-Strahlen.

 

6. Bewirkt die Lichttherapie eine Hautbräunung?

Durch das Fehlen von UV-Strahlen kann kein Bräunungseffekt entstehen.

 

7. Steigert die Lichttherapie das Risiko an Hautkrebs zu erkranken?

Bei der Lichttherapie wird nur das für das Auge sichtbare Lichtspektrum eingesetzt. Die für die Entstehung von Hautkrebs verantwortlichen UV-A-Strahlen kommen bei der Lichttherapie zur Behandlung von Depression nicht vor.

 

9. Kann durch die Lichttherapie einem Vitamin D-Mangel vorgebeugt werden?

Nein. Für die Synthese von Vitamin D (Cholecalciferol) wird ultraviolettes Licht (UV-B) benötigt. Dieses kommt bei der Lichttherapie nicht vor.

 

10. Bei welcher Art von Depression wirkt Lichttherapie besonders gut?

Am besten gesichert und allgemein anerkannt ist die Lichttherapie bei der saisonal bedingten Depression (SAD = seasonal affective disorder), die auch als Winter-depression bezeichnet wird. Es gibt neuerdings aber immer mehr Daten, die dafür sprechen, dass die Lichttherapie bei allen Formen der Depression wirksam ist.

 

11. Warum kann man nicht das natürlich Tageslicht anstelle der Lichttherapie nutzen?

In der Tat ist die Exposition an natürliches Tageslicht der Lichttherapie ebenbürtig. In den Herbst- und Wintermonaten steht jedoch witterungs- und durch die kurzen Tageszeiten bedingt nicht genug natürliches Licht zur Verfügung, darüber hinaus ist die Effektivität in den frühen Morgenstunden (vor Sonnenaufgang) am höchsten.

 

12. Wie lange dauert es bis der positive Effekt einsetzt?

In der Regel 2-5 Tage (bei täglichen Sitzungen).

 

13. Wie lange hält der positive Effekt an?

In der Regel ebbt der positive Effekt nach 7-10 Tagen wieder ab.

 

14. Welche Nebenwirkungen können bei der Lichttherapie auftreten?

Schäden und ernste Nebenwirkungen wurden bei bestimmungsgemäßer Anwendung nur sehr selten beobachtet, Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen sind rar.
Nur gelegentlich klagen einzelne Patienten über leichte Augenreizungen, Kopfschmerzen oder eine Antriebssteigerung. In den allermeisten Fällen gehen diese Beschwerden kurz nach Ende der Lichttherapie wieder zurück.

Durch langsames Steigern der Dosis (Reduzierung des Abstands zu Lampe) kann dem entgegengewirkt werden. Vorsicht ist geboten bei Augenkrankheiten wie Makulo- und Retinopathien, Erkrankungen des Sehnerven (Nervus Opticus), sowie Glaukom und Katarakt. Patienten mit einer bipolaren Störung (manisch-depressiv) sollten nur unter ärztlicher Aufsicht eine Lichttherapie durchführen, in hypomanen oder manischen Episoden ist der Einsatz einer Lichttherapie kontraindiziert.

Patienten mit besonders empfindlicher Haut oder Hauterkrankungen wie Lupus erythematodes SLE) sollten den Einsatz von Lichttherapie zunächst fachärztlich abwägen lassen.

 

15. Kann die Lichttherapie mit einer medikamentösen Behandlung kombiniert werden?

Ja. Der Einsatz der meisten Antidepressiva ist mit einer Lichttherapie gut kombinierbar. Die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten, die eine Phototoxizität (verstärkte Wirkung von Sonnenlicht auf die Haut nach Einnahme der Medikamente) bewirken, sollte mit dem Arzt abgewogen werden. Insbesondere die Einnahme von Johanniskraut aber auch bestimmte Antibiotika (Tetracycline, Sulfonamide) sollten zu einer Rück-sprache mit dem Arzt führen.

 

16. Wer verordnet die Lichttherapie?

Im ambulanten Setting ist die Lichttherapie auch ohne ärztliche Verordnung durchführbar. In der Klinik Friedenweiler ist die Verordnung eines Facharztes zwingend erforderlich, um den optimalen Einsatz und die bestmögliche Effizienz zu gewährleisten.

 

17. Macht die Fortführung der Lichttherapie im ambulanten oder häuslichen Setting Sinn?

Bei positiver Wirkung kann die Lichttherapie auch in der Häuslichkeit fortgeführt werden. Auch eine prophylaktische Nutzung bei saisonaler Depression (SAD) ist oftmals hilfreich.

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