CBASP-Therapie bei chronischer Depression | Klinik Friedenweiler
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08Jun

CBASP-Therapie bei chronischer Depression

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1. Was ist CBASP?

CBASP bedeutet „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy“ ist ein spezielles Behandlungsverfahren, welches auf die Behandlung chronischer Depressionen ausgerichtet ist. Übersetzt bedeutet CBASP so viel wie „kognitiv-verhaltenstherapeutisch-analytisches Psychotherapie-System“. Dieses Spezialverfahren wurde von Prof. James McCullough aus den Vereinigten Staaten entwickelt und zeichnet sich dadurch aus, dass es ganz speziell für Patienten mit chronischer Depression entworfen wurde. Der therapeutische Ansatz bedient sich dabei der Elemente verschiedener Psychotherapie-Schulen, ohne einem besonderen Dogma zu unterliegen. Die CBASP-Behandlung ist ein strukturiertes Verfahren und erweist sich vor allem in der Behandlung von chronischen Depressionen und in der Kombination mit Medikamenten als wirksam.

 

1.1 Welche Therapieansätze liegen CBASP zugrunde?

CBASP ist ein integratives Modell und berücksichtigt verschiedene psychologische Therapieansätze. Chronische Depressionen zeigen oftmals frustrane therapeutische Verläufe und gelten als schwerer behandelbar. CBASP greift bewußt strukturelle Probleme der psychischen Entwicklung auf, um depressionsfördernde und depressionsaufrechterhaltende Muster im Denken und Verhalten zu erkennen und zu verändern. Hierbei spielt insbesondere das Verhältnis des Patienten zu seinem Umfeld (den prägenden Personen), aber auch zu seinem Therapeuten eine tragende Rolle. Mit Hilfe von Situationsanalysen können dysfunktionale (problematische und krankheitsfördernde) Grundannahmen erkannt, und im weiteren korrigiert werden.

 

2. Was ist eine chronische Depression?

Bei den meisten Menschen zeigt die Depression einen phasenhaften Verlauf mit der Tendenz zu einer Besserung nach einigen Wochen oder Monaten. Wenn die depressive Episode länger als zwei Jahre anhält, spricht man von einer chronischen Depression. Die klassischen Symptome wie Antriebsschwäche, Schlafprobleme, Hoffnungslosigkeit und geringes Selbstvertrauen halten hierbei an, Zwar liegen die Symptome oft in abgeschwächter Form vor, sie zeigen jedoch einen statischen Charakter und sprechen nicht mehr ausreichend auf die üblichen Behandlungsverfahren an. Man spricht dann auch von Therapieresistenz. Besonders gefährdet sind Menschen, die einen frühen Beginn der Depression erleben, oft schon vor dem 21. Lebensjahr. Depressionsfördernd sind hierbei wiederkehrende schlechte Erfahrungen im Kontakt zu Mitmenschen. In der Folge sehen die Betroffenen ihre Depressivität als Teil ihres Lebens bzw. ihrer Persönlichkeit an und sind der Meinung, selber nichts dazu beitragen zu können, die Depressivität zu kontrollieren. Menschen mit einer chronischen Depression haben zudem ein deutlich erhöhtes Risiko, zusätzlich körperliche Erkrankungen wie zum Beispiel Pathologien des Herz-Kreislauf-Systems zu bekommen.

 

3. Ablauf der CBASP-Therapie

Die meisten CBASP Patienten haben bereits mehrere erfolglose Therapieversuche hinter sich, fühlen sich entmutigt und haben den Glauben an eine Besserung ihres Zustandes verloren. CBASP richtet sich vor allem an Menschen mit frühem Beginn einer chronisch depressiven Erkrankung, welche sich häufig vor dem Hintergrund früher traumatischer Beziehungserfahrungen, wie z.B. emotionale Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch entwickelt. Aufgrund dessen entwickeln die Betroffenen oft ein Vermeidungsverhalten und ein hohes Misstrauen gegenüber dem menschlichen Miteinander und ziehen sich von ihren Mitmenschen zurück.
Ziel der Therapie ist es, dem Patienten neue Beziehungserfahrungen zu ermöglichen und zu Fertigkeiten zu erlernen, um das Vermeidungsverhalten abzubauen. So kann die soziale Isolation überwunden werden. Zu Beginn der CBASP-Behandlung werden Vermeidungsstrategien erkannt und benannt. Denn solange zwischenmenschliche Situationen vermieden werden und diese Vermeidung nicht überwunden werden kann, wird die Depression aufrechterhalten. Chronisch depressive Patienten haben ihre dysfunktionalen Muster verinnerlicht und erkennen nicht, das neue Erfahrungen nicht so schlecht sein müssen, wie die bereits erfahrenen. Die Aufgabe des Therapeuten ist es nun, zu vermitteln, dass die verinnerlichten Verhaltens- bzw. Denkweisen zwar das neu Erlebte beeinflussen, sich Dinge aber auch ändern können. So verhält sich eine wichtige Bezugsperson beispielsweise heute anders, als frühere Bezugspersonen. Während der CBASP-Behandlung wird deshalb insbesondere auf den Umgang mit sozialen Situationen fokussiert.

Die CBASP-Methode verläuft in einzelnen Abschnitten, wobei drei Interventionstechniken von besonderer Bedeutung sind:

 

3.1 Identifizierung von Bezugspersonen

Zu Beginn der Therapie wird eine Liste von prägenden Bezugspersonen erstellt, die im bisherigen Leben der Betroffenen Person eine wichtige Rolle gespielt haben. Somit werden die bisherigen Lebenserfahrungen mit den aktuellen Problemen in Verbindung gebracht. Gemeinsam mit dem Therapeuten erstellt der Patient eine Liste mit Bezugspersonen.

 

3.2 Situationsanalysen

In der Situationsanalyse werden Schlüsselmomente erarbeitet und im Detail analysiert. Die Patienten lernen in diesem Schritt, eine Verbindung zwischen ihrem Denken, ihrem Verhalten und den daraus folgenden Konsequenzen zu erkennen. Es werden affektive (die Gefühle betreffende) und kognitive (die Gedanken betreffend) Schemata des Patienten erfasst und die Konsequenzen analysiert. Im nächsten Schritt werden alternative Handlungsmöglichkeiten für eine andere Art der Interaktion entwickelt und anschließend trainiert.

 

3.3 Interpersonelle Strategien

Durch sogenannte interpersonelle Strategien erlernt der Patient Fehlinterpretationen zu erkennen und alternativ zu bewerten. Ein Beispiel für eine Fehlinterpretation ist beispielsweise anzunehmen, dass der Partner identisch reagiert, wie es die Mutter oder der Vater in der Vergangenheit getan haben. In der CBASP-Therapie lässt der Therapeut sich dabei bewusst persönlich auf den Patienten ein und teilt diesem mit, wie es ihm mit dem entgegengebrachten Verhalten geht. Dieser Schritt wird genutzt, da McCullough davon ausgeht, dass sich die Fehlinterpretationen des Patienten im Laufe der Therapie wiederspiegeln werden. So werden Fehlinterpretationen bewusst aufgegriffen und bearbeitet. Der Vorteil des Wiedererlebens in einem therapeutischen Setting ist hierbei der sichere Rahmen, der Schutz vor negativen sozialen Konsequenzen und der Schutz vor Verletzungen.

4. Erfolgsfaktor CBASP bei chronischer Depression

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Menschen mit chronischer Depression sehr positiv auf die CBASP-Therapie ansprechen und es somit eine effektive Therapieoption zur Behandlung anhaltender Depression gibt. Der Erfolg von CBASP zeigt insbesondere in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung sehr gute Ergebnisse und eine Überlegenheit gegenüber anderen gängigen Methoden. Außerdem weist eine Behandlung mit CBASP geringere Nebenwirkungen auf, als eine medikamentöse.

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