Psychose Klinik Friedenweiler
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Psychose Klinik

Psychosebehandlung in der Klinik Friedenweiler

Die Therapie psychischer Erkrankungen hat in den letzten Jahren durch die Entwicklung moderner Medikamente in der Psychiatrie erhebliche Fortschritte gemacht, insbesondere bei der Psychose. Die Behandlung ist heutzutage sehr individuell, sodass ganz auf die Bedürfnisse des Patienten eingegangen wird. In unserer Klinik stellen wir jedem Patienten einen Facharzt und einen Psychologen zur Seite, denn der vertrauensvolle Kontakt ist die Grundlage der Behandlung einer Psychose. Hilfe ist in jedem Stadium möglich.

Psychose Klinik

Was ist eine Psychose?
Wann ist eine Behandlung nötig?

Unter Psychosen werden Erkrankungen verstanden, bei denen es zu vorübergehenden Fehlwahrnehmungen und Fehlinterpretationen kommt, oft verbunden mit einer fehlenden Einsicht. Der Betroffene erlebt eine Realität, die sich nicht mit dem Erleben anderer Menschen deckt. Anders als sein Umfeld ist er jedoch von seiner Deutung unverrückbar überzeugt. Zu den weiteren typischen Symptomen zählen auch Halluzinationen (Sinnesfehlwahrnehmungen) und sogenannte Ich-Störungen; hierbei ist die Leistung des Gehirns, Ich-Umwelt-Grenzen aufzubauen und aufrechtzuerhalten, gestört. Die eigene Person oder Objekte aus der Umwelt werden künstlich, verändert und unwirklich erlebt. Konzentration und Aufmerksamkeit nehmen ab, das Denken wirkt zerfahren und zum Teil sprunghaft.

Der Erkrankte bemerkt die Veränderungen und kann diese nicht einordnen, was zu erheblichen Ängsten und Verzweiflung führen kann. Die Notwendigkeit einer Psychosebehandlung wird von ihm meist nicht erkannt. Viele Patienten ziehen sich deshalb zurück und suchen Entspannung durch Drogen oder Alkohol. Dies führt jedoch in der Regel zu einer Verschlimmerung der Psychose. Hilfe und Unterstützung werden ab er oft abgewiesen, sodass eine Psychosebehandlung oft erst spät erfolgt.

Wie entsteht eine Psychose?

Man geht heute davon aus, dass bei der Entstehung der Psychose verschiedene Faktoren (genetische, biologische, psychosoziale Einflüsse) zusammenkommen. Daher spricht man auch von einer „multifaktoriellen“ Entstehung.

In der Psychosebehandlung hat sich ein individuelles Krankheitsmodell etabliert, das man als „Vulnerabilitäts-Stress-Coping-Modell” (Vulnerabilität = Empfindlichkeit) bezeichnet. Hier arbeiten Patient und Therapeut gemeinsam an den Stressoren, die die Krankheit ausgelöst haben. Die Arbeit an einem für den Patienten annehmbaren Modell hat eine große Bedeutung für seine langfristige Stabilität, da seine persönlichen Risikofaktoren identifiziert werden können. Ein weiterer Vorteil ist, dass es dem Patienten auch Alternativstrategien (Coping) an die Hand gibt, mit denen der Patient einen Rückfall verhindern kann.

Welche Symptome treten auf?

Es gibt vier Kategorien:

1. Positiv-Symptome: Halluzinationen wie Stimmenhören mit kommentierendem, abwertendem oder befehlendem Charakter Wahnvorstellungen wie Verfolgungserleben oder Verschwörungsideen
Angst, vergiftet oder manipuliert zu werden

2. Negativ-Symptome: Antriebsarmut und sozialer Rückzug; Interessensverlust; Konzentrationsstörungen; Schwierigkeiten, den Alltag zu strukturieren

3. Ich-Störungen: Depersonalisation (Gefühl, das Ich oder der Körper sei nicht mehr eine Einheit, sei fremd); Derealisation (Eindruck, dass die Umwelt „unecht“ oder „gestellt und inszeniert“ ist);
Gedankeneingebung (Gedanken werden als von außen her beeinflusst erlebt, als fremd, gemacht, gelenkt); Gedankenentzug (Gefühle, dass andere Menschen wissen, was man denkt, oder dass Gedanken „abgezogen“ werden können)

4. Denkstörungen: „Denkzerfahrenheit“ (Denkvorgänge werden verworren); Gedankenabreißen; Veränderung des Denktempos

Gerade im Anfangsstadium einer Psychose kann die Diagnostik schwierig sein, weshalb ein Facharzt für Psychiatrie konsultiert werden sollte. Wie bereits erwähnt, sind viele Patienten anfangs wenig krankheitseinsichtig und lehnen zu Beginn der Psychose Hilfe durch Angehörige und Therapeuten oft ab. Ärzte und Psychologen benötigen deshalb Zeit und Ruhe, um nach und nach das Vertrauen des Patienten zu gewinnen und eine Psychosebehandlung einzuleiten. In der Klinik Friedenweiler arbeiten Psychologen mit dem Erkrankten einzeltherapeutisch; so können sie ein stabiles Verhältnis aufbauen und die Psychosebehandlung individuell und nach den Bedürfnissen des Patienten planen.

Wer kann an einer Psychose erkranken?

Treffen kann es jeden Menschen. Zwar gibt es eine gewisse genetische Veranlagung (genetische Prädisposition), entscheidend sind jedoch weitere Belastungen (Stressoren), die im Laufe der Kindheit, Jugend und im frühen Erwachsenenalter hinzukommen. Die Schwelle, wann ein Mensch psychotisch wird, ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Wichtig ist das frühe Erkennen einer Psychose; Hilfe bietet hier eine rechtzeitige Untersuchung.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass erste Veränderungen im Verhalten des Patienten schon fünf Jahre vor Beginn der Erkrankung zu beobachten sind. Diese Zeichen sind jedoch oft unspezifisch und erst rückblickend zuzuordnen. Da der Erfolg der Psychosebehandlung jedoch in hohem Maße von einem frühen Therapiebeginn abhängt, ist es wichtig, die Vorzeichen zu kennen, damit eine Diagnose möglichst frühzeitig gestellt werden kann.

Dies sind eher von außen erkennbare Zeichen der Psychose; Hilfe sollte in Form einer fachärztlichen Beratung eingeholt werden.

Klassische Frühwarnzeichen:

  • Überempfindlichkeit, Irritierbarkeit, Reizbarkeit
  • Schlafstörungen
  • Selbstvernachlässigung, mangelndes Interesse, Initiativlosigkeit
  • Abfall schulischer oder beruflicher Leistungen (Leistungsknick)
  • Depressive Verstimmung und Stimmungsschwankungen
  • Schwere und bisweilen irrationale Ängste und Misstrauen sind typisch für eine Psychose; Behandlung und Betreuung werden abgelehnt
  • Probleme bei Beziehungen, Abbruch von Kontakten
  • Veränderung der Interessen, magisches Denken

Heilungschancen

In den allermeisten Fällen bessert sich die Psychose durch eine gut ausgewogene Medikation und eine sowohl fachärztliche als auch psychotherapeutische Behandlung. Die Heilungschancen haben sich in den letzten Jahrzehnten durch die Entwicklung neuer Medikamente und eine Erweiterung des Therapieangebotes deutlich verbessert. Auch werden in der modernen Psychiatrie die Bedürfnisse und Wünsche des Patienten in den Mittelpunkt gestellt. Deshalb ist für uns wichtig: mehr Autonomie und Mitbestimmung sowie Informationen durch den Arzt „auf Augenhöhe“.

Was ist zu beachten?

  • Nicht jedes psychotische Erleben bedeutet, dass der Patient an einer Schizophrenie erkrankt ist. Psychotisches Erleben im Rahmen von depressiven Störungen, Drogenkonsum oder einer Borderline-Störung ähnelt unter Umständen den Symptomen einer Psychose. Behandlung und medikamentöse Einstellung sollten deshalb erst nach einer sorgfältigen Diagnostik erfolgen.
  • Je früher eine Psychose therapiert wird, umso besser die Heilungschancen. Bei einer unbehandelten Psychose besteht das Risiko eines Residualsyndroms (bleibende Beeinträchtigung von Gedächtnis, Denken und Wahrnehmung).
  • Die Motivation zur Therapie sollte vom Patienten selbst kommen. Therapeuten, die in der Psychosebehandlung geschult sind, berücksichtigen dies und drängen den Patienten nicht, sondern begleiten ihn in die Stabilität.
  • Parallel zur medikamentösen Behandlung sollte eine Gesprächstherapie erfolgen. Diese unterscheidet sich von einer klassischen Psychotherapie und sollte störungsspezifisch erfolgen (abgestimmt auf das Krankheitsbild einer Psychose; die Behandlung sollte auf die Besonderheiten der Erkrankung ausgerichtet sein).
  • Der Konsum von Alkohol und illegalen Drogen wirkt sich negativ auf den Verlauf einer Psychose aus;  das muss bei der Beratung und Behandlung bedacht werden.
  • Gerade junge Patienten sind einer rein psychotherapeutischen und medikamentösen Therapie gegenüber kritisch eingestellt. Misstrauen ist ein typisches Symptom der Psychose. Hilfe nimmt der Erkrankte besser an, wenn auch komplementäre Therapieverfahren wie Sport angeboten werden. Die Psychosebehandlung sollte deshalb in einem multiprofessionellen Team erfolgen und ganz unterschiedliche Ansätze haben, aus denen der Patient mit auswählen kann.
  • Reizabschirmung ist wichtig. Patienten mit einer Psychose leiden oft unter Reizüberflutung und benötigen deshalb einen Rückzugsraum, der Schutz und zuverlässige Ansprechpartner bietet. Eine Psychosebehandlung braucht Zeit und Ruhe.

Behandlungsmöglichkeiten bei Psychose:
Hilfe in vertraulichem Umfeld

Fehlende oder geringe Krankheitseinsicht und eine wechselhafte Therapiebereitschaft sind klassisch für eine Psychose. Deshalb ist der Aufbau eines vertrauensvollen therapeutischen Verhältnisses wichtig. In unserer Klinik hat jeder Patient – neben dem für ihn verantwortlichen Facharzt – einen Psychologen zur Seite, der mit ihm an dem Krankheits- bzw. Heilungsmodell arbeitet. Zuvor erarbeiten Therapeut und Patient gemeinsam einen individuellen Plan, der die unterschiedlichen Ebenen einer ganzheitlichen Behandlung berücksichtigt.

Eine ganzheitliche Behandlung in der Klinik Friedenweiler umfasst:

  • Störungsspezifische Psychotherapie im einzel- und gruppentherapeutischen Setting unter spezieller Ausrichtung auf die Psychose; Behandlung in vertraulichem Umfeld
  • Medikamentöse Therapie nach ausführlicher Aufklärung; Ausschluss von Kontraindikationen unter Berücksichtigung der Wünsche des Patienten
  • Psychoedukation: Informationen über Entstehung der Erkrankung, Behandlungsoptionen, Medikamentenseminare, Risikofaktoren der Psychose; Hilfe bei der Auswahl der Therapieformen
  • Kognitive Verhaltenstherapie (VT)
  • Suchttherapie als häufige „Co-Diagnose“ der Psychose, Behandlung der Suchterkrankung
  • Soziales Kompetenztraining (SKT)
  • Metakognitives Training (MKT)
  • Sozialberatung
  • Familiengespräch und Partnerberatung (speziell bei Psychose eine wichtige Hilfe)
  • Kunsttherapie
  • Entspannungsverfahren, Achtsamkeitsverfahren
  • Körpertherapie (Ausdauersport, Nordic Walking, Badminton, therapeutisches Boxen, therapeutisches Bogenschiessen, Cardiotraining, Einzelkörpertherapie)

Für den Erfolg der Psychosebehandlung ist die persönliche therapeutische Beziehung maßgeblich entscheidend. Wir arbeiten deshalb intensiv psychotherapeutisch und mit festen Ansprech- und Bezugstherapeuten, damit der Patient sich in sicheren Strukturen bewegt und eine kontinuierliche Behandlung erfährt. Dabei bedenken wir, dass junge Menschen stets auch um Autonomie ringen, selbst bei einer Psychose. Hilfe bedeutet Wertschätzung dieses Strebens nach Eigenständigkeit. Denn wir betrachten es als falsch, eine umfassende Krankheitseinsicht als Vorleistung für eine Therapie zu fordern. Wichtig ist, den Patienten auf der Suche nach Stabilisierung zu begleiten, zu schützen und auch ein Stück weit zu lenken.

Der Patient soll während der Psychosebehandlung stets seine Eigenständigkeit behalten. Schließlich muss auch nach der Beendigung der Behandlung auf eigenen Füßen stehen. Da Autonomie ein wichtiger Teil unseres Therapiekonzepts ist, gibt es in unserer Klinik keinen geschlossenen Bereich. Daher können wir Patienten mit einer aufgehobenen Steuerungsfähigkeit oder fehlender Absprachefähigkeit nicht behandeln. Allen anderen Erkrankten – auch denen mit hohem Leidensdruck – können wir jedoch eine gute Therapie bieten

Alkoholabhängigkeit ist eine Erkrankung, keine Charakterschwäche. Wer davon betroffen ist, benötigt Unterstützung, das heißt, eine professionelle Behandlung der Alkoholsucht. Hilfe ist in jedem Krankheitsstadium sinnvoll und sollte unbedingt in Anspruch genommen werden. Eine wesentliche Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist die Motivation des Patienten. Die Erfolgschancen sind umso höher, je rascher eine Alkoholabhängigkeit therapiert wird. Die Klinik Friedenweiler unterstützt Sie dabei und begleitet Sie auf Ihrem Weg zur Gesundung.

Lesen Sie mehr: Therapieplanung

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