Persönlichkeitsstörungen Persönlichkeitsstörungen

Was sind Persönlichkeitsstörungen?

Persönlichkeitsstörungen sind tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung weichen in ihrer Wahrnehmung, ihrem Denken und Fühlen sowie insbesondere in der Beziehung zu Mitmenschen in relevanter Weise von dem ab, was andere im Mittel zeigen würden. Diese „Eigenheiten“ führen zu Schwierigkeiten im Umgang mit Anderen oder mit sich selbst, zu persönlichem Leiden und Problemen im zwischenmenschlichen Bereich.

Persönlichkeitsstörungen bilden sich in der Adoleszenz aus und dauern lange an. Im Gegensatz zu einer Depression oder einer Angsterkrankung handelt es sich um relativ stabile Krankheitsbilder, was jedoch nicht heißt, dass keine Veränderungen oder auch Besserungen eintreten können.

Menschen mit Persönlichkeitsstörungen haben zudem ein deutlich erhöhtes Risiko, an anderen psychischen Erkrankungen wie Depression, Angststörungen, Suchterkrankungen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Essstörungen u.a. zu erkranken. Sie leiden zudem überdurchschnittlich an Schwierigkeiten im Berufsleben, da sie ihre Muster nicht einfach ablegen können, auch wenn sie sich dieser bewusst sind.

patient Christoph W.
Bad Oeynhausen
"Lange Zeit habe ich eine Stabilisierung meines Zustands nicht für möglich gehalten. Ich bedanke mich bei der Klinik Friedenweiler für die umfassende Therapie und allzeitige Unterstützung."

Behandlung in der Klinik Friedenweiler

Die besten Erfolge in der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen gibt es bei der störungsspezifischen Psychotherapie. Medikamente spielen hier eine untergeordnete Rolle. Für manche Persönlichkeitsstörungen, wie zum Beispiel die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung, gibt es spezielle und wissenschaftlich bestens untersuchte Behandlungsmethoden wie die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT).

Allen psychotherapeutischen Verfahren gemeinsam ist, dass anders als früher angenommen, Persönlichkeitsstörungen gut behandelt werden können. Voraussetzung ist hierfür, dass die oder der Betroffene zumindest in Teilen seine Beteiligung an einem Problem sieht und motiviert ist, seine Denk- und Verhaltensmuster zu hinterfragen. Dabei gilt es, eigene Strukturen zu erkennen, die Entstehung zu verstehen und die Funktion zu hinterfragen.

Die Hauptsäule in der Behandlung der Depression ist in der Klinik Friedenweiler die bis zu viermal wöchentlich stattfindende 50-minütige Einzelpsychotherapie.

Hier werden dann auch alternative Denk- und Verhaltensmuster erarbeitet. Gerade bei Persönlichkeitsstörungen erweist sich dann die Gruppenpsychotherapie als äußerst hilfreich, da in diesem „Microkosmos“ klassische Konflikte auftreten und analysiert werden können.

Die Psychotherapie wird durch regelmäßige fachärztliche Gespräche in Visiten, Kreativtherapien (therapeutisches Bogenschießen und therapeutisches Boxen, Atemtherapie, Nordic Walking, u.v.m.) und Körpertherapien (Kunst- und Musiktherapie) sowie Entspannungs- und Achtsamkeitsverfahren im Einzel- und Gruppensetting ergänzt.

Bei der Gestaltung des Therapieplans wird der Patient von seiner Psychologin oder seinem Psychologen individuell beraten und hat ein maßgebliches Mitspracherecht. Somit können einerseits gezielt Krankheitssymptome behandelt, andererseits aber auch besondere Ressourcen individuell gestärkt werden.

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Therapieform bei Persönlichkeits­störungen

In der Klinik Friedenweiler kommen modernste Techniken und Methoden zur individuellen und intensiven Behandlung der Persönlichkeitsstörungen zum Einsatz.

Die psychotherapeutische Einzel- und Gruppentherapie ist die Hauptbehandlungssäule in der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen. Eingesetzt werden Techniken aus der kognitiven Verhaltenstherapie, der interpersonellen Psychotherapie, der Tiefenpsychologie und der systemischen Psychotherapie sowie Psychotherapieverfahren, die auf die Störung speziell ausgerichtet sind.

Die Psychotherapie wird ergänzt durch eine Vielzahl weiterer Therapieverfahren, wobei die Patientin / der Patient gemeinsam mit der Psychologin / dem Psychologen den Therapieplan nach dem Erkrankungsbild, aber auch nach den Bedürfnissen des Patienten individuell zusammenstellt.

Anzeichen & Symptome
bei Persönlichkeits­störungen

Bei Persönlichkeitsstörungen weichen Erleben und Verhalten der Betroffenen deutlich vom Durchschnitt der Allgemeinbevölkerung ab. Natürlich gibt es auch bei den Persönlichkeitsmerkmalen in der Allgemeinbevölkerung starke Schwankungen, bei Persönlichkeitsstörungen kommt es jedoch zu sehr großen Abweichungen. Hierdurch entsteht ein Leidensdruck (dies ist ein Kriterium der Persönlichkeitsstörung) beim Betroffenen selbst oder bei dem Umfeld, das unter dem Verhalten zu leiden hat. Zwischenmenschliche Beziehungen zu Menschen mit Persönlichkeitsstörungen sind deshalb oft konfliktbehaftet und instabil.

Die Symptome einer Persönlichkeitsstörung bilden sich in der Kindheit und Jugend langsam aus und zeigen dann ab dem Erwachsenenalter einen relativ stabilen Verlauf. Die Erfahrungs- und Verhaltensmuster von Persönlichkeitsstörungen betreffen verschiedene Bereiche: das Denken, die Wahrnehmung und Interpretation von Ereignissen sowie Einstellungen sich selbst und anderen gegenüber, das Gefühlsleben und die Kontrolle von Impulsen, die Art, mit anderen Menschen umzugehen und zwischenmenschliche Beziehungen zu gestalten. Das daraus entstehende Verhalten ist in vielen persönlichen und sozialen Situationen unflexibel, unangepasst oder unzweckmäßig.

Diagnose
bei Persönlichkeits­störungen

Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung erfolgt nach klar definierten Kriterien, die von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) in einem Klassifikationssystem (ICD 10) festgelegt worden sind. Die spezifischen Persönlichkeitsmerkmale müssen deutlich erkennbar und von der Norm abweichend sein, in ihrer Ausprägung stabil und von langer Dauer. Kurzfristige Veränderungen von Verhalten oder Erleben können also nicht als Persönlichkeitsstörung klassifiziert werden. Auch sind die Abweichungen immer im kulturellen Kontext der betroffenen Person zu interpretieren – nur, wenn das Verhalten deutlich von den erwarteten und akzeptierten Normen des Kulturkreises abweicht, sind die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung erfüllt. Die Abweichungen dürfen ebenfalls nicht durch das Vorliegen oder die Folgen von anderen psychischen Erkrankungen erklärbar sein.

Auch organische Erkrankungen, Verletzungen oder andere Funktionsstörungen des Gehirns müssen als mögliche Ursache ausgeschlossen werden. Um Verhaltensmuster besser erkennen zu können, sollte zur Diagnosestellung von Persönlichkeitsstörungen nicht nur der Patient selbst befragt, sondern auch Informationen von Angehörigen oder Behandlern eingeholt werden.

Auswirkungen von Persönlichkeits­störungen

Persönlichkeitsstörungen haben große Auswirkungen auf das alltägliche Leben von Betroffenen und insbesondere auf die Kontakte zu Mitmenschen. Gerade bei besonderen Lebensanforderungen und krisenhaften Situationen wie partnerschaftlichen Konflikten oder Problemen am Arbeitsplatz, kommen Menschen mit Persönlichkeitsstörungen an ihre Grenzen. Sie haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an einer Depression oder anderen psychischen Störung zu erkranken, erleiden häufiger Ehescheidungen sowie Zeiten ohne feste Partnerschaft und müssen deutlich häufiger wegen körperlicher Krankheiten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Umso wichtiger ist die Behandlung mit Psychotherapie, um das Leiden im Alltag von Betroffenen zu minimieren und insbesondere im sozialen Bereich möglichst konfliktfreie und angenehme Beziehungen zu ermöglichen.

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