ICD-10 F17
Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak
ICD-10 F17 - Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak
Diese Kategorie umfasst psychische und verhaltensbezogene Störungen, die durch den Konsum von Tabak und Nikotin entstehen. Nikotin ist eine stark süchtig machende Substanz, die das zentrale Nervensystem stimuliert und kurzfristig entspannend oder konzentrationsfördernd wirken kann, jedoch langfristig zu Abhängigkeit und gesundheitlichen Schäden führt.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Hauptursache für tabakbedingte Störungen ist der regelmäßige Konsum von Zigaretten, Zigarren, Tabakprodukten oder nikotinhaltigen E-Zigaretten. Wichtige Risikofaktoren sind:
- Früher Konsumbeginn, da Nikotinabhängigkeit sich leichter in jungen Jahren entwickelt.
- Psychische Vorerkrankungen, insbesondere Angststörungen oder Depressionen, bei denen Rauchen oft als Bewältigungsstrategie genutzt wird.
- Soziale Einflüsse, z. B. Rauchen im Freundeskreis oder in der Familie.
- Stress und emotionale Belastung, da Nikotin kurzfristig entspannend wirken kann.
- Genetische Veranlagung, die das Suchtpotenzial beeinflussen kann.
Diagnose
Die Diagnose basiert auf dem individuellen Konsummuster und den psychischen sowie körperlichen Folgen des Tabakkonsums. Zu den Diagnosekriterien gehören:
- Anamnese, um die Rauchgewohnheiten und den Abhängigkeitsgrad zu bewerten.
- Kriterien für Abhängigkeit, wie Kontrollverlust, Entzugserscheinungen und gescheiterte Aufhörversuche.
- Psychiatrische Untersuchung, um Begleiterkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen festzustellen.
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Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie konzentriert sich auf die Raucherentwöhnung und die Bewältigung psychischer Entzugssymptome:
- Nikotinersatztherapie, z. B. durch Pflaster, Kaugummis oder Lutschtabletten.
- Medikamentöse Unterstützung, etwa mit Bupropion oder Vareniclin zur Reduktion des Verlangens.
- Verhaltenstherapie, um Auslöser für den Tabakkonsum zu erkennen und alternative Strategien zu entwickeln.
- Gruppen- und Einzeltherapien, z. B. Raucherentwöhnungsprogramme oder Selbsthilfegruppen.

Prognose und Umgang mit der Erkrankung
Tabakabhängigkeit kann erfolgreich behandelt werden, insbesondere mit professioneller Unterstützung. Viele Raucher benötigen mehrere Aufhörversuche, bevor sie dauerhaft abstinent bleiben. Eine langfristige Abstinenz verbessert nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern verringert auch das Risiko für psychische Begleitstörungen.