ICD-10 F40
Phobische Störungen
ICD-10 F40 - Phobische Störungen
Die Klassifikation ICD-10 F40 umfasst die Gruppe der phobischen Störungen. Diese psychischen Erkrankungen zeichnen sich durch eine übermäßige und anhaltende Angst vor bestimmten Situationen, Objekten oder Aktivitäten aus, die objektiv betrachtet keine reale Bedrohung darstellen. Die Angst ist meist so ausgeprägt, dass Betroffene versuchen, die auslösenden Reize um jeden Preis zu vermeiden – selbst wenn dies den Alltag erheblich einschränkt.
Was sind phobische Störungen?
Phobische Störungen gehören zu den Angststörungen und basieren auf einer unverhältnismäßigen Furcht, die typischerweise durch ganz bestimmte Auslöser hervorgerufen wird. Im Gegensatz zu generalisierten Ängsten sind phobische Reaktionen klar auf bestimmte Reize bezogen. Oft erkennen Betroffene, dass ihre Angst irrational ist, können sie jedoch trotzdem nicht kontrollieren.
Typische Symptome phobischer Störungen
Die Symptome treten meist beim Kontakt mit dem angstauslösenden Objekt oder der Situation auf – oder bereits bei der Vorstellung davon:
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- Psychische Symptome: Intensive Angst oder Panikgefühle; Unruhe, Anspannung, Kontrollverlustgefühle; Vermeidungsverhalten
- Körperliche Symptome: Herzrasen, Zittern, Schwitzen; Atemnot oder Engegefühl in der Brust; Übelkeit oder Schwindel
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose basiert auf einem ausführlichen Gespräch, in dem die spezifischen Ängste, deren Auslöser sowie das Ausmaß der Beeinträchtigung im Alltag erfasst werden. Um die Diagnose zu stellen, müssen die Symptome über mindestens sechs Monate bestehen und das Leben der betroffenen Person erheblich beeinträchtigen.
Behandlungsansätze:
- Psychotherapie: Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) mit Konfrontationstechniken (Expositionstherapie) ist besonders wirksam. Ziel ist es, angstauslösende Situationen gezielt zu üben und die Angstreaktionen abzubauen.
- Medikamentöse Therapie: In schweren Fällen kann der kurzfristige Einsatz von Antidepressiva (z. B. SSRIs) oder angstlösenden Medikamenten sinnvoll sein.
- Selbsthilfe: Entspannungsverfahren wie progressive Muskelrelaxation, Achtsamkeitstraining und Atemtechniken zur Angstbewältigung; Teilnahme an Selbsthilfegruppen.
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Klassifikation der phobischen Angststörungen
Die ICD-10 F40-Kategorie ist in drei Hauptformen unterteilt:
| ICD-Kategorie | Beschreibung |
|---|---|
| F40.0: Agoraphobie | Angst vor öffentlichen Orten oder Situationen, in denen eine Flucht schwierig oder peinlich wäre (z. B. Menschenmengen, Reisen mit Bus oder Bahn). Häufig mit Panikattacken verbunden. |
| F40.1: Soziale Phobien | Übermäßige Angst vor Bewertung oder Kritik in sozialen oder leistungsbezogenen Situationen (z. B. Vorträge, Essen in der Öffentlichkeit). Betroffene befürchten, sich zu blamieren oder negativ aufzufallen. |
| F40.2: Spezifische (isolierte) Phobien | Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen (z. B. Spinnen, Höhen, Spritzen, Fliegen). Die Reaktion beschränkt sich auf den konkreten Auslöser. |
Fazit
Phobische Störungen gehören zu den häufigsten Angststörungen und können das Leben erheblich einschränken. Durch eine gezielte Therapie lassen sich jedoch meist sehr gute Fortschritte erzielen. Eine frühzeitige Diagnose und professionelle Unterstützung helfen dabei, die Ängste zu überwinden und die Lebensqualität spürbar zu verbessern. Betroffene sollten sich nicht scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen – denn Ängste sind behandelbar.