Suchtklinik und Entzugsklinik | Klinik Friedenweiler
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Suchtklinik und Entzugsklinik

Alkohol- und Suchterkrankungen

Ob Alkoholabhängigkeit oder Abhängigkeit von Drogen – wir nehmen Menschen auf, die Hilfe brauchen. Auch im Krisenfall und in Akutsituationen. Der Entzug in unserer Klinik erfolgt sowohl unter psychiatrischer als auch fachärztlicher neurologischer Überwachung, sodass Komplikationen frühzeitig erkannt und vermieden werden können. Während der Entgiftung können wir moderne Medikamente einsetzen, die den Vorgang körperlich verträglich machen. Dies ist besonders bei fortgeschrittener Alkoholsucht eine große Hilfe. Unsere Abteilung für Entzug leitet Chefarzt Dr. Kreß, der unter anderem spezialisierter Suchttherapeut ist. Er und sein Team sorgen für eine optimale, erfolgreiche und nachhaltige Behandlung von Alkoholabhängigkeit und anderen Suchterkrankungen.

Was ist Alkoholabhängigkeit?

Ärzte sprechen von Missbrauch (von Alkohol oder anderen Substanzen), wenn der Konsum zu körperlichen und/ oder psychischen Schäden führt. Von Abhängigkeit spricht man, wenn der Drang so stark wird, dass er die meisten Lebensbereiche dominiert und bei einem Versuch der Unterbrechung typische Entzugssymptome auftreten.

Eine Abhängigkeit ist eine Erkrankung und keine Willensschwäche.

Alkoholabhängigkeit-Entzug-Klinik

„Eine reine Entzugsklinik käme für mich nicht in Frage. In Friedenweiler begegnen mir auch Menschen mit anderen Erkrankungen. Wir lernen voneinander und helfen uns gegenseitig.”

Sara P., Sigmaringen

„Ich habe es kaum noch ausgehalten. Immer dachte ich, ich wäre über den Berg. Doch dann ging es wieder los. Irgendetwas hatte sich verselbstständigt. Ich hatte keine Kontrolle mehr über mein Leben. Das Klinikteam hat mir sehr geholfen. Und die Umgebung. Endlich weg von allem. Diesmal werde ich es schaffen.”

Paul S., Radolfzell

Welche Folgeerkrankungen gibt es bei einer Alkoholabhängigkeit?

Da die meisten Menschen seine Wirkung als angenehm erlebten, vergisst man gern, dass Alkohol ein Zellgift ist. Bei einem längerfristigen, exzessiven Konsum werden fast alle Körperorgane in Mitleidenschaft gezogen, sodass schwere Schäden entstehen können. Viele davon sind abwendbar, vorausgesetzt es erfolgt eine professionelle Behandlung der Alkoholsucht. Hilfe anzunehmen, ist daher in jedem Stadium der Abhängigkeit sinnvoll.

Häufige körperliche Folgen einer Alkoholabhängigkeit sind:

  • Erkrankungen der Leber
  • Beeinträchtigung der Bauchspeicheldrüse
  • Schäden am peripheren Nervensystem (Polyneuropathie)
  • Schäden am Gehirn (Gedächtnisverlust, Wesensveränderungen, Depression,…)
  • Störungen der sexuellen Funktionen
  • Veränderungen am Herzen (Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen,…)
  • Erkrankungen des blutbildenden Systems, Infektionserkrankungen
  • Krebserkrankungen verschiedener Organe als Folge der Alkoholabhängigkeit

Kriterien einer Alkoholabhängigkeit

Nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt eine Alkoholabhängigkeit vor, wenn drei der hier aufgeführten Symptome gleichzeitig vorliegen:

  • Heftiges Verlangen nach dem Suchtmittel („Craving“)
  • Kontrollverlust bezüglich Menge und Dauer des Konsums
  • Körperliche Beschwerden bei Unterbrechung des Konsums
  • Toleranzentwicklung (Dosissteigerung oder Wirkungsverlust)
  • Aufgabe ursprünglicher Interessen oder Aktivitäten (das Suchtmittel wird zum Lebensmittelpunkt)
  • Fortdauernder Konsum trotz negativer psychischer und körperlicher Folgen

Wie funktioniert ein Entzug?

Bei längerer Alkoholabhängigkeit sind Maßnahmen in den eigenen vier Wänden meist schwierig. In der Regel schafft es kaum jemand, seine Verhaltensmuster ohne weiteres zu verändern, insbesondere bei einer eindeutigen Alkoholsucht. Hier ist Hilfe notwendig. Es gibt eine Vielzahl von Suchtberatungsstellen und auf Alkoholabhängigkeit spezialisierte Ärzte und Suchttherapeuten. Treten bei Unterbrechung des Konsums keine körperlichen Symptome auf, ist dies ein positives Zeichen. Wenn der Körper aber über einen längeren Zeitraum an die Substanz gewöhnt wurde, kommt es bei plötzlichem Absetzen zum Entzug. Dann ist eine Klinik erforderlich, in der die Symptome ärztlich überwacht werden.

Häufige Symptome im Entzug sind:

  • Nervosität, innere Unruhe, Reizbarkeit als Frühzeichen
  • Zunehmende starkes Verlangen nach Alkohol (Craving) und Einengung des Denkens
  • Körperliche Unruhe, Schlafstörungen
  • Zittern (Tremor)
  • Starkes Schwitzen (Hyperhidrosis)
  • Pulsanstieg (Tachykardie)
  • Blutdruckveränderungen (meist Blutdruckanstieg)
  • Optische Halluzinationen
  • Epileptische Anfälle (Krampfanfälle)
  • Delir (Verwirrtheitszustand) als lebensgefährliche Komplikation

Ist die Alkoholabhängigkeit fortgeschritten, können bei Einstellen des Konsums epileptische Anfälle, Halluzinationen, Störungen der Orientierung und des Bewusstseins sowie starke Unruhezustände auftreten. Der Tag-Nacht-Rhythmus ist meist beeinträchtigt – auch schon in früheren Stadien der Alkoholsucht. Hilfe in einer Klinik sollte unbedingt dann in Anspruch genommen werden, wenn die Gefahr eines Delirs besteht. Ein Delir kann lebensgefährlich sein und muss daher stationär medikamentös behandelt werden.

Die emotionale Unterstützung durch Behandler und Freunde ist wichtig. Dazu gehört, dass die Bemühungen des Patienten wertgeschätzt werden, was bei einer Alkoholsucht sehr wichtig ist. Hilfe im professionellen Sinn bieten ausgebildete Ärzte, die auf Suchttherapie spezialisiert sind. Sie erleichtern die Behandlung durch Medikamente, die die körperlichen und psychischen Symptome lindern oder sogar aufheben. Die früher vorherrschende Meinung, dass der Patient bei der Entgiftung leiden solle, um sich später daran zu erinnern, ist veraltet. Da lebensgefährliche Komplikationen auftreten können, muss bei fortgeschrittener Alkoholabhängigkeit der Entzug in einer Klinik durchgeführt werden. Neben den Medikamenten zur Linderung der Symptome müssen Puls und Blutdruck sowie die Herzaktionen kontrolliert werden. Ist die Entgiftung vorbei, kann jedoch noch nicht von einer Heilung gesprochen werden.

Darum wird die Alkoholabhängigkeit mit einer erweiterten Therapie angegangen. Diese beinhaltet die psychosoziale Beratung, eine intensivere psychotherapeutische Betreuung und die Analyse von suchtauslösenden und -aufrechterhaltenden Faktoren, die Behandlung der Folge- und Begleitkrankheiten, Aufklärung über die Gefahren der Alkoholabhängigkeit, Motivierung zur Weiterbehandlung der Alkoholsucht, Hilfe bei der Einleitung suchtspezifischer Anschlussbehandlungen (Entwöhnung und Reha-Maßnahmen, die nicht in der Klinik Friedenweiler durchgeführt werden können) und soziale Stabilisierung.

Mit Alkoholabhängigkeit verbundene Leiden

  • Psychische Grund- und Begleiterkrankungen
  • Depression (als Ursache bzw. Folge der Alkoholabhängigkeit) und Burnout
  • Bipolare Störung (manisch-depressiv)
  • Angststörungen, soziale Phobie (Alkohol zur „Selbstmedikation“)
  • Persönlichkeitsstörungen (v.a. emotional-instabile Persönlichkeitsstörung)
  • Traumafolgestörung (posttraumatische Belastungsstörung)
  • ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätssyndrom)

Die Behandlung psychischer Probleme wie Depression und Angsterkrankungen oder Traumafolgestörungen spielt bei der nachhaltigen Therapie einer Alkoholabhängigkeit eine große Rolle, da viele Menschen erst aufgrund einer dieser Grunderkrankungen abhängig wurden (zum Beispiel, weil Alkohol ihre Ängste lindern sollte).

Das Erkennen und Therapieren dieser Problematik ist also sehr wichtig bei einer Alkoholsucht. Hilfe bietet hier unser multiprofessionelles Team, in dem Ärzte, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Körpertherapeuten und Pflegepersonal Hand in Hand mit dem Patienten arbeiten. Das ermöglicht eine wirklich nachhaltige Behandlung der Alkoholabhängigkeit.

Therapiemöglichkeiten bei Alkoholsucht:
Hilfe auch bei komplexen Fällen

Die Behandlung einer Alkoholabhängigkeit und anderer Suchterkrankungen ist nicht in allen Schritten gleich. Gleich ist jedoch deren Reihenfolge: Während der Entgiftung unter ärztlicher Aufsicht wird der Konsum beendet. Die therapeutischen Maßnahmen, die parallel beginnen bzw. im Anschluss erfolgen, sind erforderlich, um die Abstinenz aufrecht zu erhalten. Entscheidend ist, dass bereits während des rein körperlichen Entzugs eine psychotherapeutische und sozialpsychiatrische Behandlung stattfindet.

Alkoholabhängigkeit ist eine Erkrankung, keine Charakterschwäche. Wer davon betroffen ist, benötigt Unterstützung, das heißt, eine professionelle Behandlung der Alkoholsucht. Hilfe ist in jedem Krankheitsstadium sinnvoll und sollte unbedingt in Anspruch genommen werden. Eine wesentliche Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist die Motivation des Patienten. Die Erfolgschancen sind umso höher, je rascher eine Alkoholabhängigkeit therapiert wird. Die Klinik Friedenweiler unterstützt Sie dabei und begleitet Sie auf Ihrem Weg zur Gesundung.

Während des stationären Aufenthalts in unserer Klinik wird die Alkoholabhängigkeit mit folgenden Behandlungen therapiert:

  • Motivationale Gesprächsführung (Motivational Interviewing), Hilfe zur Stärkung und Aufrechterhaltung des Abstinenzwunsches
  • Kognitive Verhaltenstherapie, Expositions- und Alkoholablehnungstraining, kognitive Restrukturierung
  • Psychodynamisch ausgerichtete Psychotherapie
  • DBT-S (dialektisch-behaviorale Therapie mit Schwerpunkt Sucht)
  • Sozialpsychiatrische Beratung
  • Medikamentöse Behandlung, wenn erforderlich (auch Anti-Craving-Substanzen zur Linderung der Alkoholsucht, Hilfe bei Aufrechterhaltung der Abstinenz)
  • Körpertherapie (wenn körperlicher Entzug abgeschlossen)
  • Entspannungs- und Achtsamkeitsverfahren
  • Mitbehandlung weiterer psychiatrischer Erkrankungen neben der Alkoholabhängigkeit

Noch während des stationären Aufenthalts werden folgende Maßnahmen zur langfristigen Stabilisierung der Alkoholabhängigkeit vorbereitet:

  • Kontakt zu ambulanten Ärzten und Psychotherapeuten
  • Unterstützung bei der Suche nach Selbsthilfegruppen für Alkoholabhängigkeit
  • Gegebenenfalls Mitorganisation bei der Planung von Entwöhnungsbehandlungen (meist mehrmonatige stationäre Therapie in einer Rehaklinik, da diese in der Klinik Friedenweiler nicht durchgeführt werden kann)

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