Sterblichkeit, Suizidalität, soziale und gesellschaftliche Folgen der Depression
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02Dez

Depression: Sterblichkeit, Suizidalität, soziale und gesellschaftliche Folgen

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Bei einer Depression verändern sich Denken, Handeln und Gefühle. Anders als bei den alltäglichen Schwankungen von Stimmung und Wohlbefinden, sind die Symptome deutlich ausgeprägter, haben eine andere Qualität, und dauern über Wochen und Monate. Eine Depression ist eine ernstzunehmende Krankheit, die auf einer Dysbalance von Botenstoffen im Gehirn zurück zu führen ist, die Körperfunktionen einschränkt und einen erheblichen Leidensdruck verursachen kann. Neben einem erhöhten Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden, haben depressive Menschen ein deutlich erhöhtes Suizidrisiko. In diesem Artikel haben wir für Sie die Auswirkungen auf die Sterblichkeit, den Suizid und die Folgen zusammengefasst.
 

1. Auswirkung von Depression auf die Sterblichkeit

 
Eine Depression kann einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Die Sterblichkeit bei Betroffenen ist nicht nur durch Suizide erhöht, sondern auch durch Krankheiten, Unfälle, und den depressionstypischen Lebensstil, welcher sich durch mangelnde Selbstfürsorge, in der Ernährung und dem Mangel an Bewegung äußerst.

Zudem gibt es einen Zusammenhang zwischen Depression und Schlaganfällen sowie Herzinfarkten. Depressive Menschen haben im Vergleich zu nicht-depressiven Menschen ein höheres Risiko, diese Erkrankungen zu erleiden und auch daran zu versterben. Auch wenn der Einfluss der Depression auf solche Erkrankungen nicht geklärt ist, gibt es Hinweise auf den Einfluss von vermittelnden Faktoren wie beispielsweise der körperlichen Inaktivität oder der ungesunden Ernährungsweise.

Gerade bei älteren Menschen können Symptome wie Rückzug, die Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder geringe Flüssigkeitsaufnahme in Kombination mit anderen Erkrankungen ebenfalls die Sterblichkeit erhöhen.

Menschen mit Depression erleben somit neben der drastischen Minderung ihrer Lebensqualität eventuell auch eine Lebenszeitverkürzung. Wird die Krankheit jedoch früh genug erkannt (eine erste Einschätzung können Sie in unserem Online-Selbsttest erfahren), so kann die Depression mithilfe einer spezifischen Therapie wirksam behandelt werden.
 

2. Depression und Suizid

 
Bei praktisch allen höhergradigen Depressionen kommt es zu einem passiven Lebensüberdruß, also dem Gedanken, dass es „so nicht mehr weitergehen kann“. Hieraus können sich Suizidgedanken, Suizidimpulse und Suizidpläne entwickeln. Besonders suizidgefährdet sind Menschen, die in belastenden psychosozialen Verhältnissen leben (Isolation, Trennungen, Kränkungen, Suchterkrankungen u.a.), aber auch Menschen, die durch die Depression unter überwertigen Schuldgefühlen leiden, oder sich selbst als Last erleben. Die allermeisten Suizidversuche und vollendeten Suizide erfolgen im Kontext einer psychischen Erkrankung. Hierbei gilt es zu beachten, dass der Entschluss zum Suizid eben nicht Folge einer rationalen Abwägung oder Bilanzierung ist, sondern ein Krankheitssymptom!
 

3. Folgen der Suizidalität

 
Eine Depression hat nicht nur Auswirkungen für den Erkrankten selbst, sondern auch für sein familiäres und soziales Umfeld, und hat auch gesellschaftliche (ökonomische) Folgen. Eine unbehandelte Depression stellt eine erhebliche Belastung für den Partner und die Familie des Patienten dar, und ein vollendeter Suizid bedeutet eine Traumatisierung aller nahestehenden Personen, und kann neben der Trauer auch Gefühle von Schuld, Scham, Wut und Verzweiflung bedingen.
 

3.1 Folgen am Arbeitsplatz

 
Der Anteil krankheitsbedingter Fehlzeiten am Arbeitsplatz, der auf psychische Erkrankungen zurückgeht, ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Ein wesentlicher Anteil dieser Fehlzeiten wird auf depressive Störungen zurückgeführt, wobei die durchschnittliche Krankschreibung wegen einer Depression 35 bis 50 Tage andauert. Auffällig ist hierbei, dass vor allem im Dienstleistungssektor psychische Erkrankungen häufiger auftreten.
 

3.2 Gesellschaftliche Ressourcenverluste und Kosten

 
Neben dem Verlust an Lebensqualität für den Betroffenen, der Belastung für die Familie und das soziale Umfeld, bedingen Depressionen für die Gesellschaft auch einen Ressourcenverlust, der mit hohen Kosten verbunden ist. Diese Kosten entstehen aus Präsentismus (Präsenz am Arbeitsplatz trotz Erkrankung, aber mit verringerter Leistung), Krankheitsfehltagen und krankheitsbedingter Frühberentungen, wobei psychische Erkrankungen der häufigste Grund für vorzeitige Berentungen sind.

Die Krankheitskosten der Depression, also alle Ausgaben für medizinische Heilbehandlungen, Rehabilitations-, Präventions- oder Pflegemaßnahmen belaufen sich in Deutschland auf über 5 Milliarden Euro.¹

Dabei ist eine Depression gut behandelbar! Es gibt eine Vielzahl an evidenzbasierten, also wissenschaftlich untersucht und für wirksam befundenen, Behandlungsverfahren. Die beste Wirksamkeit ergibt sich meist aus einer Bündelung verschiedener Maßnahmen, die sich gegenseitig ergänzen. Bei Suizidalität ist immer umgehend ärztliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen, damit Gefährdungsmomente abgewendet werden können. Ab einem gewissen Schweregrad ist die Behandlung in einer psychosomatischen oder psychiatrischen Klinik zu empfehlen, insbesondere wenn eine höhere Therapiedichte erforderlich ist, eine relevante Antriebsstörung besteht, oder wenn die Alltagsstruktur nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Die Prognose einer Depression ist bei adäquater Behandlung gut!

Weitere Informationen zu dieser Krankheit und den Behandlungsmöglichkeiten finden Sie hier.

 

¹Quelle: Hans-Ulrich Wittchen, Frank Jacobi, Michael Klose und Livia Ry in Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 51 „Depressive Erkrankungen“ Robert Koch-Institut. Online erreichbar.

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